Neue Finanzierungsvereinbarung: Anhebung der Erstattungspauschalen ab Q3/2018

Streit um Finanzierung der TI-Anbindung beigelegt

31.05.2018 – Die Finanzierung der Anbindungskosten an die Telematikinfrastruktur ist weiterhin gesichert. Die KBV konnte sich mit dem GKV-Spitzenverband darauf einigen, dass die Erstausstattungspauschalen ab dem dritten Quartal deutlich angehoben werden.

Damit steht nun fest, dass Praxen ab Juli für den Konnektor deutlich mehr Geld erhalten als bislang vereinbart war. Im dritten Quartal sind das 1.719 Euro, ab dem vierten Quartal 1.547 Euro. Hinzu kommen wie bisher jeweils 435 Euro für ein Kartenterminal; bei größeren Praxen für zwei oder drei Terminals.

Kriedel: Praxen haben wieder Sicherheit

Der alte Preis für einen Konnektor ab dem dritten Quartal lag mit 720 Euro deutlich unter den jetzt verhandelten Werten. „Wir haben die dringend notwendige Sicherheit geschaffen für die Praxen der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten. Die Anbindung an die Telematikinfrastruktur kann weitergehen“, betonte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel, der für die Ärzteseite die Verhandlungen geführt hat.

Die Einigung kam unter Moderation des Vorsitzenden des Bundesschiedsamtes für die vertragsärztliche Versorgung, Werner Nicolay, zustande. Die KBV hatte das Bundesschiedsamt eingeschaltet, da auf dem Verhandlungsweg zunächst keine Einigung möglich war. Eine Anhebung der Preise war notwendig, da die Praxen ansonsten gegebenenfalls auf den Kosten sitzengeblieben wären.

Berechnungsgrundlage für die Erstausstattungspauschale bildet im dritten Quartal der Konnektorpreis aus dem Vorquartal, der um zehn Prozent auf 1.719 Euro abgesenkt wird. Dieser Preis wird ab dem vierten Quartal um weitere zehn Prozent reduziert – auf dann 1.547 Euro. Die Erstausstattungspauschalen, die auch die Kosten für ein Kartenterminal umfassen, betragen dann 2.154 Euro beziehungsweise 1.982 Euro.

Nachverhandlungen bei sinkenden Angebotspreisen

KBV und Krankenkassen gehen davon aus, dass es in den nächsten Monaten – wie von der Industrie schon seit langem zugesagt – mehrere Anbieter von Konnektoren geben wird. Dies sollte zu einer Senkung der Angebotspreise führen.

Ein Anbieter ist das österreichische Technologieunternehmen RISE. Sobald der Konnektor dieses Unternehmens am Markt grundsätzlich für alle Arztpraxen verfügbar ist, werden beide Seiten innerhalb einer Frist von zwei Wochen – vor dem Hintergrund der dann aktuellen Marktsituation – die geltende Vereinbarung überprüfen und gegebenenfalls für das Folgequartal anpassen.

 

Details finden Sie auf den Seiten der KBV, ebenso eine Übersicht über die neuen Finanzierungspauschalen.